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„Das Tagebuch der Anne Frank“
Das Forum-Theater aus Wien gastierte
in der KGS-Pausenhalle
„Diese Stille
kam sicherlich nicht von der Morgenschläfrigkeit“, meinte Christina Zöhrer
nach der Vorstellung. In einigen Phasen der Aufführung hätte man auch die
oft beschriebene Stecknadel fallen hören können. Ungewöhnlich, wenn man vor
knapp 150 Schülern in einer akustisch gewiss nicht optimalen Pausenhalle
spielt.
Auf eher ungewöhnliche Weise schloss der 9. Jahrgang
seine unterrichtliche Auseinandersetzung mit Thema „Nationalsozialismus“
ab: Am 24.03. gastierte für sie das Forum-Theater aus Wien. Die vier
Schauspieler führten eine speziell für Schulen dramatisierte Fassung des
„Tagebuchs der Anne Frank“ auf.

Mit nur wenig Requisiten und Kulisse im Hintergrund
hält sich der gespielte Text eng an einige der Aufzeichnungen der damals
14–jährigen. Der Kreis der beteiligten Personen ist in dieser Fassung auf
die wichtigsten reduziert: Tochter, Mutter und Vater Frank sowie Peter van
Daan, die jugendliche Liebe Annes.
Anne Frank tritt – für viele Zuschauer angesichts der
ausweglosen Situation erstaunlich – lebensfroh und ungestüm auf, hält weder
mit ihren Träumen noch Sehnsüchten zurück und ist sich doch ihrer Lage sehr
klar: Immer wieder wird durch den Lärm der Lautsprecher die Realität von
außen in das Hinterzimmer eingeblendet: Sirenen, Fliegeralarm,
Marschkolonnen...
Nachrichten über den Fortgang des Krieges, aber auch
Informationen über Massenerschießungen und Vernichtungslager dringen zu den
Eingeschlossenen, erzeugen Hoffnung und Verzweiflung im stetigen Wechsel.
Zum Schluss werden alle verraten und von den Deutschen abgeholt und
deportiert. Nur Otto Frank, der Vater, überlebt.
Alle Schauspieler überzeugten in ihren Rollen: Frank
Donald als verständnisvoller Vater, Christina Zöhrer als strenge und besorgte
Mutter, Fatim Köse als schüchterner Peter und Romy Schreiber als
lebensfrohe Anne. Vor allem Christina Zöhrers einleitende Hinweise auf
aktuelle Parallelen in Jugoslawien, Afghanistan und auf andere
weltpolitische Krisenherde machten allen deutlich, dass „das Vergangene
noch längst nicht vergangen ist“.
Frank Nowak
(Fachbereichsleiter Deutsch/ Darstellendes Spiel)
Weiter zum Kommentar von Jannis Okun aus der 9.5
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