Klasse 5.3. der KGS Hambergen gewinnt mit ihrer Ausstellung „Leben in der Jungsteinzeit in Hambergen und umzu“ beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung

Die Nachricht kam überraschend und um so erfreuter waren die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler. Erst nach den Herbstferien hatte sich die Klasse 5.3. spontan dafür entschieden, am größten Schülerwettbewerb Deutschlands teilzunehmen. Ziel war es als teilnehmende Klasse den Schülerkalender der BpB für das nächste Schuljahr zu bekommen. Dass man auch einen Hauptpreis gewinnen könnte, hatten die Schülerinnen und Schüler nicht wirklich gedacht. Im Rahmen des Geschichtsunterrichts befasste man sich gerade mit der Jungsteinzeit und konnte dies in der Wettbewerbskategorie „Wie wohnten die Menschen früher“ verbinden. Also meldete Klassenlehrer Martin Bertke die Klasse 5.3. beim Wettbewerb an. Und die Schülerinnen und Schüler legten los: Sie bauten Modelle von Steinzeithäusern, recherchierten für Plakate, suchten Steine für ein Hünengrab-Modell und bauten ein ganzes Steinzeitdorf aus Lego. Und kurz vorm „Lockdown“ vor den Weihnachtsferien konnten die letzten Exponate für die Ausstellung fertiggestellt werden. Unter den vielen Einsendungen der über 60.000 Schülerinnen und Schüler, die jährlich an dem Wettbewerb teilnehmen, wählte die Jury der BpB die Ausstellung als eine der wenigen Beiträge aus, die einen Geldpreis von 250,-€ erhalten. Und ab sofort will die Klasse jetzt jedes Jahr teilnehmen und bis zu ihrem Abschluss in fünf Jahren einmal den Hauptpreis gewinnen – eine einwöchige Klassenfahrt nach Berlin, Leipzig oder München.


Die Ausstellung im Flur des 1. Obergeschosses.
„Wir haben ein Jungsteinzeitdorf nachgebaut, wie es vor 5000 Jahren in Hambergen ausgesehen haben könnte!“ (Lasse Behrens)

Johanna, Tara, Jasmin und Selima mit dem Plakat zum Häuserbau und einem Modell.
„Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mit meinen Freundinnen das Haus zu bauen…“ (Johanna Dürkopp)

Firat und Jason mit ihrem Legomodell
„Wir haben das Lego-Steinzeitdorf gebaut. Da ist alles bei: ein Haus, ein Steingrab, ein See, ein Wald mit Wölfen…“ (Jason Haase) „Ich habe realisiert, dass wir Talent haben.“ (Firat Kocaaga)

Maurice, Islam und Linus mit dem Plakat zu Ihrem Steingrabmodell
„Das hat alles sehr viel Spaß gemacht. Der Preis ist mir eigentlich egal“ (Islam Zian)

Julaine, Marie, Maggie, Momo und Lina mit Ihren Modellen zum Häuserbau
„Die Zusammenarbeit hat mir gefallen. Und dass wir an den Computer durften, um nach Fotos zu suchen.“ (Momo Habet)
„Es war sooo lustig, weil alles so schnell auseinander gefallen ist. Es sind viele Heißklebestifte gestorben.“ (Marie Heckelen)

„Feuerexperte“ Joris mit dem Zunderpilz

Kreativität trotzt Corona-Viren

Auch in Zeiten von Corona und Distanzlernen ist es möglich und nötig, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen – und dabei etwas zu lernen. Das beweisen die Schüler*innen der Klasse 8.3, die sich mit verschiedenen kreativen Aufgaben konfrontiert sahen und dabei herausragende Ergebnisse erzielen konnten.

Nachdem die 8.3 sich einige Wochen intensiv mit Designtheorie beschäftigt hatte, stand zur „Aufwärmung“ für das anstehende Großprojekt folgende Übung auf dem Stundenplan:

„Der ’10 Minuten Stuhl’“. Benötigtes Material:
1 Postkarte
2 Gummiringe
2 Kunststoff Trinkhalme
2 Büroklammern
2 Musterbeutelklammern
Notwendiges Werkzeug: Schere
Vorgaben: Beinanzahl beliebig, Rückenlehne und Sitzfläche sollte vorhanden sein.

Schaffen Sie es auch, innerhalb von 10 Minuten einen Stuhl zu konzipieren? Probieren Sie es aus!

Aktion des Kreisschülerrats

Lichter gegen das Vergessen

Christa Neckermann und Lars Fischer
Mit einer virtuellen Lichterkette möchte der Osterholzer Kreisschülerrat an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 erinnern und damit auch an die Schrecken der Geschichte.

Osterholz-Scharmbeck. „Hier, versuch‘ es noch einmal!“ Gustav Grünthal, Vorsitzender des Osterholzer Kreisschülerrates, hält seinem Schulkameraden Jerik Dikkerboom jetzt schon zum dritten Mal seine Kerze entgegen. Tückische Windstöße am Platz der jüdischen Synagoge haben das geplante Foto mit brennender Kerze mehrfach sabotiert. Aber die beiden Schülervertreter geben nicht auf. Nicht beim Entzünden ihrer Kerzen – und auch nicht bei der Aufgabe, an die Schrecken der Geschichte zu erinnern.

Gustav Grünthal und Jerik Dickerboom (rechts) haben am Osterholzer Denkmal für die Synagoge  Kerzen entzündet, um die Schrecken der Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. (CARMEN JASPERSEN)
Gustav Grünthal und Jerik Dikkerboom (rechts) haben am Osterholzer Denkmal für die Synagoge  Kerzen entzündet, um die Schrecken der Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. (CARMEN JASPERSEN)

„Die Kreisgruppe der Jusos und der SPD Osterholz-Scharmbeck hat in den vergangenen Jahren regelmäßig am 9. November mit einer Lichterkette an die Geschehnisse und Folgen der Novemberprogrome erinnert“, erklärt Gustav Grünthal. Da diese Aktion 2020 aus bekannten Gründen nicht stattfinden konnte, legte der Kreisschülerrat eine eigene Idee vor: „Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 76. Mal“, erläutert Gustav Grünthal. „Ich habe dem Kreisschülerrat daher vorgeschlagen, auf dieses Ereignis durch eine virtuelle Lichterkette aufmerksam zu machen. Ich freue mich sehr darüber, dass die Mitglieder des Kreisschülerrates meinen Vorschlag so einstimmig aufgenommen haben!“

Sven Evering von der IGS OHZ (Kreisschülerrat)
Jill Soukup von den BBS OHZ (Kreisschülerrat)

Gerade dieser Teil der Erinnerungskultur dürfe nicht unter den Tisch fallen, waren sich die Schülervertreter einig. „Denjenigen, die die Stimmung anheizen und sagen, dass Geschichtsunterricht über das Dritte Reich und den Nationalsozialismus nun endlich mal ein Ende haben müsse oder gar langweilig sei, möchten wir klarmachen, dass Antisemitismus, Hetze und Rassismus nicht nur weiterhin Thema sind, sondern sogar noch zunehmen“, betont Grünthal. „Das ist kein Problem der Vergangenheit, sondern der Gegenwart.“ Den Schülervertretern sei wichtig, hier Position zu beziehen, macht auch Jerik Dikkerboom klar. „Wir wollen uns denjenigen entgegenstellen, die heute eine ähnliche Stimmung wie im Dritten Reich anheizen und ihnen sagen: Ihr seid nicht die Mehrheit!“
Es sei aber nicht genug, nur an die Schrecken der Vergangenheit zu erinnern und dafür Kerzen zu entzünden, es müssten auch Taten folgen, meinen die jungen Leute. Es sei die Aufgabe des Einzelnen, die Welt humaner zu gestalten. „Das Gedankengut dieser Leute darf nicht geduldet werden“, sagt der Vorsitzende des Kreisschülerrates und zitiert Willy Brandt: „Wer Unrecht duldet, stärkt es“.

Als Gustav Grünthal nun die Bilder aus den Schulen des Landkreises bekam, freute er sich besonders, dass sich so viele Schülerinnen und Schüler an der von ihm initiierten Aktion beteiligt hatten. „Das ist ein Zeichen von Gemeinschaft, das ich nicht erwartet hatte!“ Von den Berufsbildenden Schulen macht zum Beispiel Jill Soukup bei der virtuellen Lichterkette mit, Elena Bülter und Shawna Daniel vertreten die Kooperative Gesamtschule Hambergen, Jerik Dikkerboom, Sven Evering, Masha Groth, Gustav Grünthal, Hanna Pöhlmann und Marine Witte halten das Licht für die Integrierte Gesamtschule Osterholz hoch. An der Haupt- und Realschule Ritterhude hat Naveen Ali eine Kerze entzündet, im Lernhaus im Campus haben sich 16 Schülerinnen und Schüler an der Aktion beteiligt. Am Gymnasium Osterholz-Scharmbeck setzten Kimberley Breden, Bianca Brödys, Malte Cassens, Julius Messerschmidt, Finni Müller, Jana Porsch und Laurenz Taggruber ein Zeichen, und das Gymnasium Lilienthal ist mit elf Teilnehmerinnen und Teilnehmern vertreten.
Die Schülervertreter wünschen sich zudem, dass ihre Aktion wider das Vergessen nicht nach nur einem Tag verpufft. Sie denken daher darüber nach, die Fotos der Lichterkette der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es müsse allerdings noch geklärt werden, ob das über die Webseiten der jeweiligen Schulen geschehen könne, über die Seite des Landkreises, die ja den Kreisschülerrat „beherbergt“, oder ob es eine andere Lösung gebe, erläutert Gustav Grünthal.
„In Osterholz-Scharmbeck existiert ohne Frage rechtes Gedankengut, und daher findet es der Kreisschülerrat umso wichtiger, dass man sich erinnert. Das gehört zur Humanität des menschlichen Handelns dazu“, sagt der Vorsitzende des Kreisschülerrates. Bedauerlich finden es die jungen Leute allerdings, dass von offizieller Seite, also von seiten der Stadt oder des Landkreises, anlässlich dieses Gedenktages keine klare Position bezogen worden sei.

Online-Ausstellungen

Mascha Groth von der IGS OHZ (Kreisschülerrat)
Shawna Daniel von der KGS Hambergen (Kreisschülerrat)
Elena Bülter von der KGS Hambergen (Kreisschülerrat)

Seit dem letzten Schuljahr ist der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz 1945 fest in das Schulprogramm der Integrierten Gesamtschule (IGS) Osterholz installiert. „Der Auschwitz-Überlebende Elie Wiesel hat in einem Interview einmal gesagt, ‚Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer‘. So ist es für uns als Bildungseinrichtung wichtig, dass Schülerinnen und Schüler sich mit der deutschen und der europäischen Geschichte aktiv auseinandersetzen und verstehen, dass ein Leben in Frieden und

Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist“, macht Geschichtslehrerin Tanja König deutlich. Es zeige sich, dass Rassismus, Antisemitismus und Extremismus nicht 1945 endeten, sondern zunehmend an Aktualität gewinnen. Da eine Präsenzveranstaltung an der IGS coronabedingt derzeit ja nicht möglich ist, wird eine Auswahl der Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit diesem Thema in Form von Poetry Slams, Musik, Kurzgeschichten, Reden, Kurzfilmen, szenischen Interpretationen und Briefen auf der Homepage der IGS Osterholz-Scharmbeck unter der Adresse https://igs-ohz.de/ präsentiert.
Um

das Thema „Erinnern und Gedenken“ auch unter den derzeitigen Einschränkungen öffentlich und bewusst zu machen, gestaltete die Gemeinde Ritterhude statt einer Ausstellung in der unteren Rathaushalle eine digitale Leinwand, auf der die Exponate und Berichte der örtlichen Schulen ausgestellt sind. „In Ritterhude erinnern wir uns, um zu verstehen – um zu sehen – um zu handeln, dass die Geschichte von damals sich in keiner Form wiederholen darf“, hob Bürgermeisterin Susanne Geils in ihrem Grußwort hervor. Noch bis zum 30. Januar erhalten Interessierte Zugang zu der Ausstellung auf der Homepage der Gemeinde Ritterhude unter dem Punkt Leben – Aktuelle Meldungen: „Warum wir uns erinnern! Erinnerungskultur wird in Ritterhude partizipativ und digital erlebbar“.

Coronakonformes Gedenken auch am Gymnasium Lilienthal. (Kreisschülerrat)

Temporärer Gedenkort in Worpswede

Die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz jährt sich an diesem Mittwoch, 27. Januar, zum 76. Mal, seit 2005 ist dies der internationale Gedenkentag für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Worpsweder Initiative „Nie wieder – Erinnern für die Zukunft – Gemeinsam gegen Rechts“ will auch an diesem Tag auf dem Rosa-Abraham-Platz an das Geschehen erinnern und der Opfer gedenken. Von dem ur

sprünglichen Plan einer Kundgebung mit Redebeiträgen haben die Organisatoren coronabedingt Abstand genommen. Aber es soll ein stilles Gedenken geben in Form von Kerzen, Blumen und Transparenten. Damit sich nicht zu viele Leute gleichzeitig auf dem Platz treffen, werden die Teilnehmer ab 17 Uhr nach und nach ihre Beiträge aufstellen, sodass gegen 19 Uhr der temporäre Gedenkort fertiggestellt sein soll. Bürger können sich daran beteiligen und ebenfalls Kerzen oder Blumen niederlegen. Die geplanten Beiträge sind unter http://erinnern-worpswede.de abzurufen. Dort findet sich auch ein Spendenaufruf für Amcha, eine nicht-staatlichen Organisation in Israel, die den Überlebenden der Shoah sowie deren nachfolgenden Generationen unter anderem bei der Bewältigung ihrer Traumata zur Seite steht.
Der Tag selbst steht unter dem Motto „Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen“ – ein Zitat des italienischen Auschwitz-Überlebenden Primo Levi. Das Gedenken richtet sich vor allem an die sechs Millionen ermordeten europäischen Juden, aber auch an die drei Millionen sowjetischen Rotarmisten, die als Kriegsgefangene starben; an 250.000 ermordete Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Opfer der Euthanasieprogramme, sogenannte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“, wegen ihrer Homosexualität Verfolgte sowie die im politischen und alltäglichen Widerstand Getöteten. „Dieser Gedenktag ist ein Tag, an dem an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert und aufgeklärt werden soll“, macht die Worpsweder Initiative deutlich. „Und es ist ein Tag, an dem wir auf den zunehmenden Antisemitismus, Rassismus und menschenverachtenden Rechtsextremismus aufmerksam machen wollen, auf die dynamisierende Funktion des Internets beim Schüren von Hass und Gewalt und antisemitischen Verschwörungsspinnereien.“

Quelle: https://www.weser-kurier.de/region/osterholzer-kreisblatt_artikel,-lichter-gegen-das-vergessen-_arid,1955958.html (erschienen am 27.01.2021)

Briefe gegen die Einsamkeit

Zehntklässler schreiben Heimbewohnern, um ihnen eine Freude zu bereiten.



(Quelle: Osterholzer Kreisblatt vom 16.12.2020)

Einschulung mal ganz anders

Herzlich willkommen!

„Wer mag gerne Pizza?“ – „Wer hat Spaß an Mathematik?“ – „Wer ist Werder-Fan?“
Kinder springen freudig auf, Eltern schauen stolz auf ihre Großen, Lehrkräfte sehen gespannt auf ihre neuen Schüler*innen. – Einschulung der neuen 5. Klassen an der KGS Hambergen – Gesamtschule am Wällenberg.

Bei der ausgelassenen Stimmung fällt kaum auf, dass alles doch ein wenig anders ist als sonst. Die Kinder werden klassenweise eingeschult, alle halten sich diszipliniert an die Hygienevorgaben, gehen souverän mit eben noch unbekannten Begriffen wie „vulnerabel“ und „Kohorte“ um und freuen sich außerordentlich, als sie für das erste Klassenfoto ohne Maske auf der Bühne stehen dürfen.
Wir wünschen allen neuen Fünftklässler*innen und ihren Klassenlehrkräften einen tollen Start in das neue Schuljahr und viel Spaß miteinander beim gemeinsamen Lernen und Leben an unserer Schule!

Schulabschluss an der KGS

„Findet euren eigenen Weg“

Monika Fricke 03.07.20
Die KGS Hambergen hat ihre Schulabgänger verabschiedet. Es gab Lob und ermunternde Worte.

Freuen sich über ihre Zeugnisse nach einer kleinen Abschlussfeier (von links): Anne Brünjes, Anna Bühlers und Lisa Götze. (Kosak)

Hambergen. „Ihr habt in den vergangenen Wochen gemerkt, wie tief greifende Einschnitte die Corona-Pandemie mit sich brachte“, richtete die Schulleiterin der Gesamtschule am Wällenberg, Gitta Brede, einige Worte an die Schulabgänger. “Wir sind in einer handfesten Krise“, so Brede anlässlich der Abschlussfeierstunde. Die Schüler seien sehr kreativ gewesen. „Ihr habt wichtige Erfahrungen gemacht, zum Beispiel, wie wichtig Gemeinschaft ist.“

Erst vor wenigen Tagen hatte die Schule die Nachricht vom Kultusministerium erhalten, dass Abschlussfeiern wegen der Corona-Pandemie unter bestimmten Auflagen gestattet seien. Daraufhin entstand die Idee, jahrgangsweise kleine Feierstunden in der Mediathek der Schule mit entsprechenden Abständen zu organisieren.

„Eine solche Abschlussfeier im Corona-Jahr habe ich noch nie erlebt und ich hoffe, dass es die einzige bleibt“, bemerkte Gitta Brede. Die Schulleiterin wünschte allen Schulabgängern, dass sie bei zukünftigen Krisen erkennen mögen, welche Chancen für sie entstünden. „Ihr werdet nun lernen, neue Herausforderungen zu meistern.“ Viele Wege stünden den jungen Absolventen offen. „Findet euren eigenen Weg“, ermunterte Gitta Brede die Schüler.

„Es war total schön mit euch“, stellte Klassenlehrer Martin Bertke in seinem Rückblick auf die sechs zurückliegenden Schuljahre fest. Einige Schülerinnen und Schüler hatten den erweiterten Realschulabschluss durch besondere Leistungen erworben. Marleen Schäfer und weitere Klassenkameraden werden die Chance nutzen, weiterhin die Schulbank der Oberstufe der IGS Osterholz-Scharmbeck zu drücken. Ihr erklärtes Ziel ist es, das Abitur zu machen. Statt der Festreden zur Verabschiedung der Schülerinnen und Schüler hatte das Kollegium einen Videofilm erstellt. Darin richteten die Schulleiter des Haupt-, Real- und Gymnasialzweigs der KGS ihre Abschiedsworte mit Glückwünschen zur Feierstunde an die Schulabgänger. „Die letzten Tage in der Schule habt ihr euch sicher anders vorgestellt“, sagte Samtgemeindebürgermeister Reinhard Kock per Video-Botschaft. „In einer besonderen Zeit habt ihr euren Abschluss erreicht, seid nun mutig und findet euren Weg.“

Die Mädchen und Jungen der Klasse 10.4 saßen in vorgeschriebenen Abständen in der ein wenig festlich hergerichteten Mediathek. Die Stuhllehnen zierten bunte Rosenblüten. Blumengebinde auf dem Tisch mit Abschlusszeugnissen und kleinen Geschenken für die Schulabgänger sollten etwas Festatmosphäre vermitteln. Klassenlehrer Martin Bertke überreichte mit weißen Schutzhandschuhen die Zeugnisse und gratulierte seinen ehemaligen Schülern zu ihren Leistungen oder besonderem Engagement in der Klassengemeinschaft.

Hinter den Schulabgängern liegen arbeitsreiche Wochen: die schriftlichen Prüfungen fanden Ende Mai statt, die mündlichen erst kürzlich. „Die Vorbereitungen waren komisch, die Schule fehlte als Anlaufstelle zum Austausch, Informationen gab es nur per E-Mail“, berichtete Marleen Schäfer. „Unsere Fahrt nach Amsterdam fiel leider auch der Corona-Pandemie zum Opfer“, bedauerte Klassenlehrer Bertke. „Und heute wäre unsere Abschlussfeier in Grasberg gewesen.“
Mit innigen Dankesworten überreichte eine Schülerin ihrem Klassenlehrer zum Abschied noch einen Präsentkorb, den Martin Bertke gerührt annahm.

Quelle: https://www.weser-kurier.de/region/osterholzer-kreisblatt_artikel,-findet-euren-eigenen-weg-_arid,1921771.html (erschienen am 03.07.2020)

Neuausrichtung

KGS will Schule für Hambergen werden

Peter von Döllen
Das Gebäude der Kooperativen Gesamtschule in Hambergen soll saniert und teilweise ersetzt werden. Das Konzept nimmt allmählich Formen an.

Die Kooperative Gesamtschule in Hambergen soll saniert werden. (Peter von Döllen)
Hambergen. Die Kooperative Gesamtschule (KGS) in Hambergen steht vor einer Neuausrichtung. Die Samtgemeinde plant eine Sanierung und zumindest teilweise einen Neubau des in die Jahre gekommenen Gebäudes. Sie will die Schule damit für die Zukunft rüsten: Bei der Planung sollen viele Erfordernisse und Eventualitäten einfließen und vorab grundsätzliche Dinge entschieden werden. Im Vorjahr hat die Verwaltung Workshops mit Schülern Eltern, Lehrern und anderen Nutzern des Gebäudes (Musikschule, Volkshochschule) gestartet. In dieser „Planungsphase null“, wie Samtgemeindebürgermeister Reinhard Kock sie nennt, schälte sich ein Konzept heraus, das nun zu einem Vorschlag führen werde, der als Grundlage für weitere Debatten dienen soll. Ein Planer soll das Papier erstellen.

Eines ist bereits klar: Die KGS will sich künftig auf eine Vierzügigkeit ausrichten und hauptsächlich eine Einrichtung für Schüler aus der Samtgemeinde Hambergen sein. „Wir haben vorsorglich den Kooperationsvertrag mit dem Landkreis Cuxhaven gekündigt“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Reinhard Kock. Seit längerer Zeit besuchten viele Kinder aus dem benachbarten Landkreis Cuxhaven die KGS, weil es dort kein vergleichbares schulisches Angebot gibt.

Anfangs waren sie für Hambergen wichtig, um die nötigen Schülerzahlen zu erreichen. Vor allem fehlten genügend Schüler im Gymnasialzweig. Dabei ist eine ausreichende Durchmischung der drei Schulzweige, also Haupt- und Realschule sowie Gymnasium, für den Ansatz einer Kooperativen Gesamtschule sehr wichtig. Es gab aber immer unterschiedliche Auffassungen zur Kostenerstattung. Was die Gemeinde von ihren Nachbarn aus Cuxhaven erhielt, erscheint den Hambergern zu gering.

Zudem schickten auch Eltern aus Worpswede und anderen Gemeinden des Landkreises Osterholz ihre Kinder zum Wällenberg. Zwischenzeitlich besuchten bis zu 900 Schüler die KGS in Hambergen. Das führte nicht nur zu Raumnot. Eine beschränkte Zahl an Schülern ist nun das Ziel. Grundsätzlich ist eine Vierzügigkeit rechtlich möglich; die Landesschulbehörde ist laut Bürgermeister Kock in den Prozess eingebunden. Eine Antwort  stehe aber noch aus. Schulleiterin Gitta Brede sieht die Chance, sich für die Zukunft aufzustellen und den Standort zu sichern. Unterschiedliche Fahrpläne der Buslinien bedeuteten bisher auch einen hohen organisatorischen Aufwand.

Im kommenden Jahr wird es aber wohl noch nichts mit der Vierzügigkeit: Laut Verwaltung werden zum nächsten Schuljahr insgesamt 111 Schüler aufgenommen. Sieben davon kommen aus Cuxhaven, weitere fünf aus anderen Gemeinden des Landkreises Osterholz. Einigen auswärtigen Schülern wurden laut Verwaltung Absagen erteilt.

Vierzügigkeit als Ziel

Entscheidend ist allerdings die relativ hohe Zahl von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Derzeit liegen 18 Anmeldungen vor. Sie zählen bei der Klasseneinteilung doppelt. Insbesondere aus pädagogischen Gründen wird es im kommenden fünften Jahrgang nun wohl fünf Klassen geben müssen.

Das neue Raumprogramm soll aber für eine Vierzügigkeit geplant werden. Der Einrichtung einer eigenen Oberstufe wiederum hatten die Politiker zusammen mit der Schulleitung bereits vor einigen Monaten eine Absage erteilt: Die Schülerzahl sei dafür zu gering und die Zusammenarbeit mit der IGS in Osterholz-Scharmbeck funktioniere sehr gut, waren die Hauptargumente dafür.
Diese Prämisse hat Folgen für die räumliche Planung. „Eine Fünfzügigkeit würde einen Mehrbedarf von 500 bis 600 Quadratmeter bedeuten. Das hätte auch Auswirkungen auf die Kosten“, sagt Reinhard Kock dazu. Das Konzept solle auf sogenannte Jahrescluster abzielen. Schüler eines Jahrgangs werden dabei räumlich zusammen arbeiten können. Weiter soll es mehr Differenzierungsräume geben, die für die pädagogische Arbeit einer Kooperativen Gesamtschule wichtig und nötig sind. Diese stehen derzeit nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung. Gleiches gilt für Fachräume. Auch für die Jugendberufsagentur sind Räume vorgesehen. Die Samtgemeindebücherei wiederum könnte in einer eigenen Schulbücherei aufgehen. Auch darüber soll noch weiter diskutiert werden. Pläne oder Kostenschätzungen gibt in diesem frühen Stadium noch nicht.

Wegen zahlreicher Nachfragen hat die Samtgemeinde beschlossen, eine Toilettenanlage in der KGS vorab zu sanieren. Vor allem die Geruchsentwicklung war immer wieder bemängelt worden. Die Arbeiten dauern zurzeit noch an. Es wurde laut Verwaltung während der Sanierung festgestellt, dass das Lüftungssystem defekt ist und ausgetauscht werden muss. Bei der Besorgung des Ersatzsystems bremsten laut Reinhard Kock Lieferschwierigkeiten den Fortschritt. Die Probleme seien aber nun ausgeräumt. Die Anlage soll bis zum Neustart nach den Ferien fertig sein.

Quelle: https://www.weser-kurier.de/region/osterholzer-kreisblatt_artikel,-kgs-will-schule-fuer-hambergen-werden-_arid,1921557.html (erschienen am 02.07.2020).

Der Teufelspakt

Drama in zwei Akten

17 Jahre Entkusseln – ein Kampf gegen Windmühlen?

Das geht einem schon manchmal durch den Kopf, wenn man alljährlich auszieht,
um Birken und Kiefern mit unseren SchülerInnen auszureißen…

Denn wenn man einmal das gesamte Heilsmoor entkusselt hat und an einem Ende fertig ist, kann man am anderen wieder anfangen.
Das Heilsmoor leidet an Wasserarmut, hervorgerufen durch viele Abflussgräben, die in den vergangenen Jahrhunderten gezogen wurden, um Weide- und Ackerland zu gewinnen.
Hauptverursacher sind der Lauwiesengraben und seine Zuflüsse.
Solange dieses Problem nicht gelöst war, kämpften wir wirklich „gegen Windmühlen“ und konnten bestenfalls einen Status Quo erreichen – die weitere Verwaldung des Gebietes aufzuhalten.
Im März 2019 ein entscheidender Schritt: Das Naturschutzamt des Landkreises Osterholz hatte genug finanzielle Mittel zur Verfügung. Eine Firma wurde beauftragt,
entlang des Lauwiesengrabens acht Spundwände zu errichten und damit den Wasserabfluss Stück für Stück auf mehreren Stufen zu bremsen ( siehe Fotos).
Und die zuständigen Mitarbeiter überlegen bereits, wie man den Wasserabfluss weiter reduzieren kann…

Mit den acht Spundwänden ist das Problem noch nicht gelöst, aber ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung getan. In einigen Bereichen ist jetzt – einige Monate nach der Baumaßnahme – tatsächlich ein leicht erhöhter Wasserspiegel festzustellen.

Mit diesem Hintergrundwissen war in diesem Jahr natürlich eine gewaltige Motivation da,
unsere Entkusselungsaktion wieder zu starten: Ab jetzt geht es dem Heilsmoor tatsächlich besser; der Prozess der Entwässerung ist endgültig gestoppt und umgekehrt!

„Auf ein Neues!“ hieß es am 22. und 23. Januar 2020 – als wir wieder in bewährter Form mit allen siebten Klassen auszogen, um unerwünschte Birken und Kiefern im Heilsmoor
zu entfernen. Im letzten Jahr waren wir dem Hilferuf von NABU und Landkreis gefolgt und haben große Teile des Springmoores bereinigt (Luftlinie ca. 2km, Randbereich des Heilsmoores).
Nun endlich wieder in unserem eigentlichen Patenschaftsrevier – dem Kernbereich des Heilsmoores: Hier waren genug Bereiche, die einen bedrohlichen Aufwuchs mit den leidigen Bäumchen zeigten. Alle Hände voll zu tun also.
Alle KlassenlehrerInnen waren das erste Mal dabei und haben sich wacker geschlagen.
Sie hatten insgesamt 23 erwachsene Begleiter an ihrer Seite, die meisten davon NABU-Mitglieder und „alte Hasen“, was das Entkusseln angeht. Rekord in diesem Jahr:
Die BIOS Osterholz-Scharmbeck hat 8 Mitarbeiter und Freunde mobilisiert, die uns Lehrer unterstützt und die SchülerInnen fachkundig angeleitet haben.
Die Klassen 7.1 und 7.3 starteten vom Reitplatz aus – ihr Revier lag an der Südseite des Heilsmoores und war von dort aus am besten zu erreichen. Ihr Bereich war dicht mit Kiefern übersäht – das hat unsere SchülerInnen aber nicht abgeschreckt, sondern eher noch angespornt.

Die 7.2, 7.4 und 7.5 trafen sich am Wasserwerk Wallhöfen. Sie zogen in die große
Ebene im zentralen Teil des Moores. Hier gab es alles, was das Entkusseln zum Abenteuer macht:
Viele Birken und Kiefern – verteilt auf eine riesige Fäche. Das heißt: Fast jeder Baum musste über weite Strecken transportiert werden.
Und dann noch eine Überraschung: Hier konnten die Bäume nicht am Rand gestapelt werden, sondern mussten noch ein Stück weiter gezogen und dann im Wald abgelagert werden. Also ein „Wandererlebnis“ der besonderen Art.
Damit nicht genug!
Große Grasbulten und tiefe Wasserlöcher machten das Gehen zu einem besonderen Erlebnis – sicher dreimal so schwer wie auf einer normalen Wiese.
Und wer dabei nicht aufgepasst hat, der bekam mit vollgelaufenen Stiefeln gleich die Quittung dafür. Aber das geschah glücklicherweise nur selten…

An dieser Stelle seien die Eltern erwähnt, die unsere SchülerInnen mit Punsch, Kakao und manchmal einem ganz leckeren Frühstück vor Ort verwöhnt, gestärkt und motiviert haben.
Ein großes DANKESCHÖN dafür!

Zusammenfassend sei gesagt:
Jede Klasse hat ca. 2 ha Moorfläche von Kiefern und Birken bereinigt. Das heißt, unser diesjähriger 7. Jahrgang hat zusammen für ca. 10 ha Moorfläche das Überleben für mehrere Jahre gesichert. Eine tolle Leistung!

Nach getaner Arbeit gab es dann noch für alle, die dabei waren, ein gemeinsames Frühstück – am 28.01.2020 in unserer Mensa. Daran beteiligten sich – wie schon in den vergangenen Jahren – unser Samtgemeindebürgermeister Hr. Kock, unser Förderverein
und unser treuer Lieferant für Milchprodukte – Milchhof Kück.
Auch hier unser Dank an die Sponsoren! Unsere SchülerInnen haben (wieder einmal)
gemerkt, welche Wertschätzung ihre Arbeit in der Öffentlichkeit erfährt:

Aktiver Naturschutz ist dringend notwendig – das ist bei allen angekommen!

Thomas Köhring

Huuuhuuu! – Who are you?

Clowntheater Zopp & Co besucht die Gesamtschule am Wällenberg

Kurz vor Ende des ersten Schulhalbjahres erwartete die Mädchen und Jungen des fünften und sechsten Jahrgangs eine unterhaltsame Abwechslung vom Schulalltag. Das Clownduo Zopp & Co (www.zoppundco.de/) führte das zweisprachige Theaterstück „God Save the Queen“ auf.
In dieser Geschichte treten zwei Clowns gegeneinander an, um einen Auftritt vor der Queen von England zu ergattern. Herr Zopp spricht Deutsch und sein Konkurrent Mr. Arto Mister spricht Englisch. In der Folge entstehen auf der Bühne viele Missverständnisse, die die Hamberger Schüler zum Lachen brachten. Zum Glück gibt es die „brainwashmaschine“, durch deren geheimnisvoller Kraft Herr Zopp plötzlich Englisch versteht und auch aktiv sprechen kann. Beide Clowns zeigen ihre besten Jonglierkünste auf der Bühne und überzeugen die Jury. Kurzerhand dürfen Herr Zopp und Mr. Arto Mister gemeinsam nach England reisen und vor der Queen auftreten.
Mit ihrem Sprachwitz rund um Missverständnisse in der fremdsprachigen Kommunikation, Slapsticks und mitreißender Artistik begeisterten Christof Heiner und der Engländer David Spence die jungen Gesamtschüler. „Die beiden waren echt richtig lustig. Das hat Spaß gemacht.“ fasst ein Fünftklässler den Vormittag zusammen.